Smart-TV: Der Spion im Wohnzimmer?

Jetzt werden wir auch schon im eigenen Wohnzimmer ausspioniert! Keine schöne Vorstellung – oder?
Smart-TVs können das Verhalten des jeweiligen Nutzers überwachen und die Daten an die entsprechenden Sender weiterleiten.

Das alles funktioniert bei der neuen Generation der Smart-TVs über die Funktion HbbTV.
Diese ermöglicht eine ausführliche Programmvorschau, Mediathek und einen modernen Videotext. Über eine vorhandenen Internetverbindung kann der HbbTV-Dienst genutzt werden. Doch Vorsicht!

Sender können so überwachen, welche Programme du wie lange angesehen hast oder du dir gerade ansiehst.

HbbTV – Der Spion im Smart-TV

Jeder Smart-TV der HbbTV-fähig ist und das sind in der Regel alle ab dem Jahr 2012, überwachen ihre Nutzer.

Nutzt man die HbbTV-Funktion, wird vom jeweiligen Sender im Hintergrund eine Startseite abgerufen. Durch die Internetverbindung bzw. die Übertragung im Hintergrund, kann der Sender beispielsweise folgende Nutzer-Informationen abrufen:

  • welches Gerät wird genutzt
  • den Standort des Smart-TV
  • wie lange ist das Programm angeschaltet
  • welche Filme, Sendungen, Serien etc. werden angeschaut

Das kann schon wirklich erschreckend sein.
So kann beispielsweise ganz gezielt Werbung auf jeden einzelnen Haushalt oder auf eine bestimmte Region abgestimmt werden. Aber auch Nutzerprofile lassen sich mit dieser Funktion erstellen. Und als wäre das nicht schon genug, bekommt wohl auch Google noch nützliche Daten übersandt.

Google dein Freund und Überwacher?

Einige Sender sollen die gewonnenen Daten aus dem HbbTV-Service sogar an Google weitergeben. Genauer gesagt an den Auswertungsdienst bzw. Statistikdienst Google Analytics.

Was ist Google Analytics?

Der Dienst gehört zur Suchmaschine Google und bietet die Möglichkeit, ausführliche Nutzerauswertungen, Analysen, Statistiken usw. zu erstellen.

Eingesetzt wird der Dienst in der Regel von Webmastern, die eine Internetseite betreiben. Hiermit lässt sich ganz einfach das Nutzer-Verhalten nachvollziehen und Inhalte können besser auf die Interessen der Besucher abgestimmt werden.

Da man die HbbTV-Dienste nur mit vorhandener Internetverbindung nutzen kann, umso Mediatheken, Programmvorschauen oder Videotexte abrufen zu können – die auch auf einer Webseite basieren, ist eine Auswertung mit Google Analytics möglich. Damit Google die Daten besser Auswerten kann, platziert der Dienst Cookies auf dem Smart-TV.

In meinem Artikel zum Thema „Was sind Cookies?„, habe ich den Begriff bereits ausführlich erläutert.

Cookies ermöglichen es, dass Verhalten des Nutzers um ein vielfaches mehr zu analysieren.
Auf welches Programm wurde gewechselt?, welche Schriftart und Schriftgröße wird verwendet?, welche IP-Adresse wird genutzt?

Das fatale daran wie Computerbild.de berichtet, Google kann den gewonnenen IP-Adressen, Google-Nutzerkonten zuordnen. Somit wäre eine persönliche Identifizierung möglich.

Kann ich mich vor der Smart-TV-Spionage schützen?

Am einfachsten und sichersten wäre es natürlich, den Smart-TV ohne Internetzugang zu nutzen. Doch wer macht das schon?
Die Geräte können nur mit vorhandener Internetverbindung, ihren vollen Funktionsumfang darlegen.

Mann kann auch einfach nur den HbbTV-Dienst deaktivieren. Allerdings war es das dann mit den tollen Progammvorschauen, Mediatheken oder dem Videotext.

Fazit

Vorerst bleibt mir erst einmal nichts anderes übrig als zu sagen, dass wer seinen Smart-TV im vollem Umfang nutzt, auch Daten an die Sender und vielleicht auch an Google weitergibt!

Wünschenswert wäre es natürlich, dass in Zukunft Modelle auf den Markt kommen, bei denen jeder Nutzer über diese Dinge informiert wird und selbst entscheiden kann, ob er diese Einstellungen übernehmen möchte.

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