Wie sicher sind die Einlagen bei Forex Brokern?

Das Thema der Einlagensicherung bei Brokern beschäftigt die Trader zwar sehr, jedoch herrscht hierzu vielfach Unklarheit, wie das Broker-Vergleichs-Portal www.online-broker-vergleich.info berichtet. Beispielsweise wird die mögliche Einlagensicherung für ein Tradingkonto mit der EU-weiten, gesetzlich verankerten Einlagensicherung für Spareinlagen verwechselt. Diese beiden Absicherungen unterscheiden sich aber grundlegend.

Wie unterscheiden sich diese Einlagensicherungen?

In Kürze: Gesetzlich sind in Europa Spareinlagen durch EG-Richtlinien abgesichert. Die Absicherung greift in den meisten Ländern – so auch in Deutschland – bis 100.000 Euro auf einem Sparkonto zu 100 %. Darüber hinaus gibt es private Sicherungssysteme von Bankenverbänden, die Spareinlagen teilweise bis in den Milliardenbereich schützen. Auch Wertpapieranlagen können in einzelnen Ländern unterschiedlich besichert sein. Für Tradingkonten gilt das aber zumindest für die Bareinlagen und auch für die meisten Derivatepositionen nicht. Es gibt in den Staaten unterschiedliche Schutzvorschriften:

  • In Deutschland werden 90 % der Wertpapierverbindlichkeiten bis zum Wert von 20.000 € durch das Einlagensicherungsgesetz geschützt. Ähnliche Vorschriften gibt es in anderen EU-Staaten.
  • In Zypern verlangt die dortige Finanzaufsichtsbehörde CySec von ihren Brokern die Mitgliedschaft im Investor Compensation Fund. Dieser durch Finanzdienstleister privat finanzierte ICF sichert Gelder auf Tradingkonten bis 20.000 € zu mindestens 90 % ab.
  • In Großbritannien sichern viele Broker die Einlagen ihrer Kunden bis zu 50.000 britischen Pfund (im November 2017: rund 56.000 Euro) ab und folgen damit der dort vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherung für Spareinlagen.

Die einzelnen Broker kommunizieren Einlagensicherungen für Kundengelder ausdrücklich, weil ihnen diese einen großen Wettbewerbsvorteil versprechen. In der Regel wird so eine Maßnahme gleich auf der Startseite ausdrücklich erwähnt, auf jeden Fall aber in den AGB.

Was bedeutet die Absicherung von Wertpapieranlagen bis 20.000 Euro?

Diese auch in Deutschland gültige Sicherung bedeutet, dass ein Aktienpaket und auch viele Derivatepositionen auf Aktien bis zu diesem Betrag gesetzlich geschützt sind. Broker gewähren vielfach auf solche Positionen einen internen Kredit (mit dem sich über die Bareinlage hinaus handeln ließe), nicht aber auf CFD- oder Knock-out-Positionen auf ein Devisenpaar, einen Rohstoff oder einen Aktienindex. Das hat zwei Gründe:

  • Aktien und auch auf ihren Kurs abgeleitete Open-end-Derivate haben grundsätzlich einen inneren Wert, wenn nicht das Unternehmen, zu dem die Aktie gehört, insolvent wird. Wenn die Derivate nur schwach gehebelt sind, verfallen auch sie höchst selten wertlos. Aber Vorsicht: Wer ein hoch gehebeltes Derivat auf eine Aktie wählt, fällt aus der Beleihungs- und Einlagensicherung heraus! Das ist unter anderem am Beleihungswert durch den Broker zu erkennen.
  • Die Kurse von kurzzeitig gehandelten Call- und Put-Derivaten auf Indizes, Rohstoffe und Devisen hingegen schwanken so sehr, dass bei jedem eingesetzten Derivat im Prinzip mit einem Totalverlust zu rechnen ist. Hierfür gibt es keine Absicherung.

Ebenfalls gibt es keine gesetzliche Absicherung von Cash-Konten bei einem Broker. Schließlich kann der Trader dieses Geld in jeder Sekunde “verspielen“.

Fazit: Wie sicher sind Gelder bei Forexbrokern prinzipiell?

Das hängt von der freiwilligen Einlagensicherung des Brokers und ein wenig auch von der Art der gewählten Derivate ab. Doch es gibt noch mehr Sicherungen als nur die Einlagensicherung. So verwahren alle seriösen Broker die Kundengelder auf separaten Konten. Es ist in den letzten Jahren kein Fall bekannt geworden, bei dem ein Trader sein Geld auf einem Brokerkonto verloren hätte.

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