Zypriotische Broker: Sind sie sicher?

Broker, die vom EU-Staat Zypern aus agieren, benötigen eine Lizenz der dortigen Finanzaufsichtsbehörde CySec. Lange Zeit galten deren Kontrollen als vergleichsweise lax, doch das hat sich längst geändert: Die zypriotische Broker-Regulierung erfolgt heute nach strengsten Richtlinien, die mit denen der deutschen BaFin und der britischen FCA zu vergleichen sind und diese teilweise sogar noch übertreffen.

Was reguliert die CySec?

Die CySec – Cyprus Securities and Exchange Commission – ist eine Finanzaufsichtsbehörde, die den gesamten Finanzmarkt des Landes und damit auch die Broker überwacht. Sie folgt den MiFID-Regeln der Europäischen Union, die den Anlegerschutz stärken, darüber hinaus hat sie in Teilen eigene, noch strengere Regeln aufgestellt. Die Behörde wurde 2004 im Zuge des anstehenden EU-Beitritts von Zypern gegründet. Als in Zypern ab 2008 der Euro eingeführt wurde, oblag ab sofort die Oberaufsicht über die Finanzen des Landes europäischen Behörden, welche die Beamten der CySec dementsprechend schulten und stützten.

Zypern hatte zuvor als Steueroase und Schwarzgeldparadies gegolten, diesen Ruf wollte man gern im Interesse der eigenen Wirtschaftsentwicklung loswerden. In den ersten Jahren fielen die Brokerkontrollen allerdings mangels Erfahrung der eingesetzten Beamten noch nicht allzu streng aus, doch das hat sich geändert. Broker, die heute eine CySec-Lizenz halten, müssen sich strengsten Auflagen unterwerfen. Diese betreffen

  • die Einlagensicherheit,
  • die Genauigkeit der Datenfeeds,
  • die Beratung von Kunden und
  • die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Brokers
  • die Seriosität der angebotenen Finanzprodukte.

In jüngster Zeit ist die CySec gegen Broker vorgegangen, die nicht alle Auflagen einhielten. In einigen Fällen wurden Bußgelder verhängt, bei wiederholten Zuwiderhandlungen droht der Lizenzentzug.

Verbot von Boni durch die CySec

Wie ernst die CySec den Fakt einer seriösen Arbeitsweise nimmt, zeigt sich am Verbot von Boni ab 2017. Damit lockten Broker auch unerfahrene Trader an, was auf Kritik stieß. Dementsprechend dürfen nun die bisher bekannten Boni für Neu- und Bestandskunden nicht mehr gezahlt werden. Über diesen Punkt lässt sich sicher diskutieren, denn die Trader liebten die Boni, doch das Verbot beweist auch, wie streng die CySec ihren Finanzmarkt kontrolliert. Ein echter Betrug durch einen CySec-regulierten Broker wurde noch nicht bekannt, er ist auch kaum denkbar.

Die Einlagensicherheit von Kundengeldern bei zypriotischen Brokern

Bezüglich der Sicherheit ihrer Einlagen sind Trader bei einem zypriotischen Broker besser aufgehoben als bei einem deutschen Anbieter. Die CySec erteilt schon länger nur noch Lizenzen an Broker, die Mitglied im privaten ICF sind. Dieser Investor Compensation Fund – ein Zusammenschluss zypriotischer Finanzdienstleister – schützt Einlagen von Kunden für den Insolvenzfall des Dienstleisters (Brokers) bis 20.000 Euro zu mindestens 90 %. So eine Sicherung gibt es bei deutschen Brokern nicht, wohl aber bei britischen (bis 50.000 Pfund).

Die deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro betrifft nur Spareinlagen, aber keine Gelder auf einem Tradingkonto. Darüber hinaus verwahren zypriotische Broker wie praktisch alle Anbieter die Kundengelder auf separaten Konten.

Fazit: Broker mit Standort Zypern sind sicher,

wenn sie eine CySec-Lizenz halten. Einem Broker ohne Lizenz sollte ein Trader mit gesunder Vorsicht begegnen – unabhängig von dessen Herkunftsland. Es gehört heute zu den gängigen Branchenstandards, sich um eine Lizenz der zuständigen Finanzaufsichtsbehörde zu kümmern.

Für Interessierte bietet folgender Vergleich eine Übersicht über regulierte Binäre Optionen Broker: http://www.binäre-optionen.info/broker-vergleich.html

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